Eine aktuelle Umfrage von ErnestYoung bei über 500 deutschen Mittelstandsunternehmen zeigt einerseits die dramatischen Auswirkungen des Coronavirus (Umsatzeinbußen, Ausfälle in der Lieferkette etc.), andererseits aber auch einen gewissen Optimismus, die Krise positiv zu bewältigen. 77 % der befragten Geschäftsführer und leitende Angestellte blicken im Gegensatz zu ihren Kollegen aus der Tourismus-, Hotellerie- oder Gastrobranche demnach positiv in die Zukunft. Die Ansätze zur Krisenbewältigung beziehen sich auf wichtige, aber bekannte Maßnahmen wie Digitalisierungslücken schließen, Lieferketten überprüfen oder Arbeitsmodelle flexibilisieren.

Eine Maßnahme, die auch angeführt wurde, überrascht, nämlich „reden“, und zwar mit Kunden und Geschäftspartnern oder bzw. Konkurrenten. 88 % Neun von zehn (!) der Unternehmen wollen demnach die Interaktion mit ihren Kunden verbessern, idealerweise sprechen sie dann aber nicht übereinander, sondern miteinander um. Sprich, gemeinsam mit ihnen das Produkt, die Dienstleistung oder das Geschäftsmodell zum Wohle aller zu verbessern. Ein ähnlich hoher Prozentsatz der Befragten spricht sich für eine stärkere Einbindung in Branchennetzwerke oder regionale/lokale Ökosysteme aus, auch. Strategische Allianzen mit Geschäftspartnern oder Mitbewerbern stehen hoch im Kurs. Eine wichtige, aber dennoch verspätete Erkenntnis, man kann nur hoffen, dass diese Vorsätze auch so rasch wie möglich in die Praxis umgesetzt werden, denn sonst wird man in der fortschreitenden Globalisierung oder Glokalisierung im Nachteil sein.

Aus unserer Arbeit wissen wir, wie wichtig es ist, sein „Umfeld“ laufend zu beobachten, und immer in gutem Kontakt mit allen zu sein, um daraus zu lernen und wichtige Maßnahmen für die Zukunft abzuleiten. Es ist klar, dass man in Zeiten der Hochkonjunktur dazu neigt, sich vordergründig keine Zeit dafür vorhanden ist, man ist mit der Abwicklung der vor vollen Auftragsbücher beschäftigt zu verstecken, um nicht zu viele strategische Themen anpacken zu müssen, aber ehrlicherweise ist es nur eine Frage des Wollens. Oder es steckt vielleicht doch Angst dahinter? Angst, dass ein Kunde vielleicht etwas verlangt, was man nicht (sofort) liefern kann oder Angst, dass ein Konkurrent dann zu viel über einen wissen könnte und noch bedrohlicher wird?

Diese Angst verschleiert den Blick auf die Chancen von guter und laufender Kommunikation mit Kunden und Geschäftspartnern. Spricht man mit dem Kunden über seine dessen Probleme, kann sich der Blick auf neue, innovative Produktideen oder neue gemeinsame künftige Marktchancen eröffnen. Durch offene und ehrliche Gespräche mit Geschäftspartnern oder Mitbewerbern erlangt man einen besseren „Rundum-Blick“ über seine eigene Situation und kann sich dadurch vielleicht besser für die Zukunft justieren, wenn man offen ist und das Gemeinsame vor das Trennende stellt. Wann, wenn nicht jetzt, muss man mit seinem betrieblichen Umfeld reden „wollen“ oder „sich trauen“. Es wäre eigentlich viel möglich, wenn man nur reden wollte. Man muss es einfach nur tun. Und zwar jetzt!

Let´s make the world #intrapreneurfit

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