Ist die Entscheidung getroffen, eine Idee konkret am Markt zu testen, wird der Intrapreneur diese vor dem Entscheidungsträger kurz & knackig präsentieren („pitchen“), um im ersten Schritt ein Mini-Budget für das Testen im Markt zu erhalten. Im Anschluss daran wird rasch der erste Prototyp mit einfachsten Mitteln gebaut und eine minimale Website für die Präsentation und/oder den Verkauf gebaut (selbst Laien schaffen es mit z. B. wix.com binnen Stunden eine einfache Website mit geringsten Kosten aufzusetzen). Hier ist es wichtig, sich auf die Kernfunktionen des Produkts oder der Dienstleistung zu konzentrieren und mit Mut zur Lücke rasch einen Prototypen fertigzustellen.

Im nächsten Schritt geht es darum, den Prototypen rasch am Markt zu testen, sprich bei potenziellen Zielkunden versuchen zu verkaufen oder um deren Meinung zu bitten. Der Intrapreneur muss hier meiner Meinung nach eine klassische Kaltakquise durchführen, d. h. Kunden einfach anrufen und bestmöglich versuchen, das Produkt zu vermarkten. Er gewinnt daraus wertvollen Informationen direkt vom Kunden, kann Fragen stellen und unmittelbares Feedback einholen. Die gewonnenen Erkenntnisse werden sofort eingearbeitet und die nächste Verkaufsoffensive gestartet. Im Laufe der Zeit erkennt man, ob die Idee bzw. Problemlösung von Kunden in ausreichendem Masse angenommen wird oder nicht.

Kristallisiert sich heraus, dass die Geschäftsidee großes Potenzial im Markt hat, muss noch ein Business Plan erstellt werden. Dieser ermöglicht ein fundiertes Gesamtbild über das Geschäftsmodell (Produkt, Markt, Konkurrenz, SWOT-Analyse, Ziele, Marketing, Finanzierung etc.) und bildet die Grundlage für die finale Entscheidung über das Projekt (stop or go). Der Intrapreneur kann dabei auf ein großes Angebot an frei verfügbaren Vorlagen im Internet zurückgreifen und bei der Erstellung um Rat bei KollegInnen fragen. Bezüglich der Finanzierung kann der Intrapreneur auch neue Wege außerhalb des Unternehmens gehen und sich z. B. um Förderungen oder Crowdinvestments kümmern. Alles hilft, um zu Beginn den Finanzierungsbedarf gering zu halten.

Parallel ist der Intrapreneur gut beraten, sein Netzwerk an relevanten Mitarbeitern, Managern und Experten (sogenannte „Stakeholder“) innerhalb und außerhalb des Unternehmens auf- bzw. auszubauen und laufend mit den richtigen Informationen zu versorgen, damit zum richtigen Zeitpunkt der finalen Entscheidung die bestmögliche Unterstützung vorhanden ist.

Im letzten Schritt wird die Geschäftsidee vor dem geeigneten Gremium kurz und kompakt präsentiert und danach eingehend diskutiert, um eine finale Entscheidung zu treffen, das Projekt umzusetzen oder einzustellen. Wird eine positive Entscheidung getroffen, ist noch die Frage zu klären, in welcher Form man das Geschäftsmodell umsetzt, entweder intern (als z. B. Projekt, internes Start-up) oder extern (als ausgegliedertes Start-up mit oder ohne Beteiligung externer Experten). Zu diesem Zeitpunkt entscheidet es sich auch, ob, wie lange und in welcher Form der Intrapreneur noch weiterhin an dem Projekt mitarbeitet.

Wird hingegen beschlossen, das Projekt einzustellen, ist das mit Sicherheit eine harte Entscheidung für den Intrapreneur. Aber es ist besser, zu diesem Zeitpunkt die Idee auf dem Ideenfriedhof zu begraben als später oder zu spät, wenn schon zu viel investiert wurde und der erwartete Erfolg nicht eingetreten ist. Es ist in dieser Situation sehr wichtig, dass man die gewonnenen Erkenntnisse innerhalb des Unternehmens verwertet und aus diesem Projekt so viel wie möglich lernt – es wurde ja sehr viel kreative Arbeit, Energie und andere Ressourcen investiert.

Let´s make the world #intrapreneurfit!

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