Ein wichtiger Anreiz für Intrapreneure sind natürlich Gesellschaftsanteile an einem neuen Unternehmen, mit dem seine Idee umgesetzt bzw. skaliert wird. In unseren Breitengraden sind Beteiligungsverhältnisse von Mitarbeitern aber oftmals ein heikles Thema, zu selten wird dieses Angebot engagierten Intrapreneuren unterbreitet. Warum eigentlich? Es gibt aus unserer Sicht mentale und materielle Gründe.

Eine mentale Hürde ist die gedankliche (Rollen-) Trennung von Unternehmern/Managern und dem arbeitenden Volk (Arbeiter & Angestellte). Provokant formuliert: Der Mitarbeiter ist nicht im Mittelpunkt, sondern er ist Mittel, Punkt. Warum sollte man ihn dann auf die gleiche Ebene heben wie einen Unternehmer? Dann müsste man einen Mitarbeiter ja als gleichwertig / ebenbürtig ansehen, was unserer nach vielen Unternehmern bzw. Managern schwerfällt. Bei diesem Anreizmodell geht es aber nicht um eine bestimmende Rolle auf der Gesellschafterebene, sondern meistens um eine Minderheitsbeteiligung zwischen 1 % und 10 % (selten aber doch bis zu max. 25 %). So what?!

Es geht darum, dass der Intrapreneur, der die zugrunde liegende Idee hatte, das neue Unternehmen „mitbesitzen“, das ist primär ein wichtiges Gefühl. Es geht weniger darum, sofort Anträge auf Ausschüttungen zu stellen oder Vetos als streitsüchtiger Gesellschafter einzulegen. Es ist allen Beteiligten klar, dass man damit bestimmte monetäre Vorteile haben kann, wenn sich alles positiv entwickelt. Es ist aber auch allen bewusst, dass man zunächst Gewinne, so sie anfallen, wieder reinvestiert und erst nach erfolgreicher Skalierung an auszuschüttenden Gewinnen oder einem Exit partizipiert. Und jeder kennt das Verhältnis von gegründeten Unternehmen zu Unicorns.

Eine materielle Hürde könnte einfach Neid sein. Ein Mitarbeiter soll (im Erfolgsfall) viel Geld verdienen, wo er doch kein Risiko eingeht? Ja, es besteht die Möglichkeit, dass der Intrapreneur nach langer, harter, zermürbender Arbeit und vielen Fehlschläge von seiner (!) Idee profitiert. Man neigt dazu, nur den Erfolg an der Spitze des Eisbergs zu sehen, aber nicht den riesigen Teil mühevoller Arbeit davor. Ja, der Intrapreneur geht im Vergleich zum Entrepreneur ein geringes bis kein persönliches Risiko ein, aber dennoch hat er eine zündende Idee entwickelt und für (!) das Unternehmen umgesetzt. Er hätte ja auch kündigen und es alleine machen können. Unternehmen in „der“ Start-up Nation der Welt, Israel haben hier einen klar anderen, aufgeschlossenen Ansatz: lieber 100 Beteiligungen (bis zu 51 %) an Intrapreneur-Projekten als eine 100 % Beteiligung an einem internen Start-up. Darüber könnte man vielleicht im deutschsprachigen Raum mal nachdenken.

Let´s make the world #intrapreneurfit!

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Scroll to Top